Inselliebe und Meer (Mallorca-Sehnsucht 1) – Anja Saskia Beyer

Liz führt in Berlin einen mehr schlecht als recht laufenden Laden mit mallorquinischen Spezialitäten. Als ihr Vermieter dann auch noch eine Mieterhöhung ankündigt, kommt es ihr gerade recht, dass ihr Onkel Alfonso mit einer Finanzspritze winkt, wenn sie auf seiner Finca auf Mallorca nach dem Rechten sieht. Diese Finca dient als Ferienpension und wird verwaltet von Cristian, dem Alfonso jedoch nicht traut. Liz soll Cristian nach Möglichkeit rauswerfen und einen neuen Verwalter suchen.

Als Liz auf der Finca ankommt muss sie feststellen, dass alle Ferienwohnungen vermietet sind. Doch als sie sich zu erkennen gibt, bietet Cristian ihr an, in seinem Gästezimmer zu übernachten. Liz nimmt dankend an, hofft sie doch, so mehr über Cristian und die Finca zu erfahren. Schnell merkt sie, dass Cristian etwas verbirgt. Hat es etwas mit der Finca zu tun? Liz geht auf die Suche und findet alte Briefe.

Mit Liz hat die Autorin wieder eine sehr sympathische Protagonistin erschaffen. Man merkt Liz an, dass sie zwar ihren Laden liebt, aber insgesamt unzufrieden mit der Situation ist. Auf Mallorca stellt sie schnell fest, dass sie in die Insel verliebt ist und möchte mehr über ihre Vorfahren, die von dieser Insel stammen, erfahren. Cristian ist ein wenig undurchschaubar konstruiert. Auf der einen Seite offen und großherzig im Umgang mit den Feriengästen, auf der anderen Seite verschlossen und geheimnisvoll. Auch dieser Charakter ist großartig geschrieben, je mehr man von ihm erfährt, desto deutlicher wird die Zerissenheit in ihm.

Wunderbar sind auch die Nebencharaktere, insbesondere die Frauen der „… und Meer“-Läden. Hier freue ich mich schon, mehr zu lesen.

Anja Saskia Beyer hat in ihrer wunderbaren Art wieder einen Roman geschrieben, der Vergangenheit und Gegenwart vereint. Zwar gibt es nicht so große Zeitsprünge wie in anderen ihrer Romane, trotzdem erleben wir eine Protagonistin, die sich mit der Geschichte ihrer Vorfahren auseinandersetzt. Und in gewohnter Art und Weise gibt es natürlich wieder quasi ganz nebenbei leckere Gerichte, die zum Nachkochen und Nachbacken einladen. Die Autorin hat, wie wir es schon von vergangenen Büchern kennen, wieder Rezepte als Schmankerl ans Buchende gefügt.

Wir erleben die Insel Mallorca in diesem Roman von einer ganz anderen Seite. Weg vom Partyrummel rund um Palma spielt die Geschichte an abgelegenen Ecken rund um einen Olivenhain. Und ganz nebenbei gibt es auch noch Einblicke und Wissenswertes rund um das Pressen von Olivenöl.

Anja Saskia Beyer ist wieder ein großartiger Roman gelungen, der absolut lesenswert ist. Von mir gibt es daher wohlverdiente fünf Sterne und eine glasklare Leseempfehlung.

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