Zitronen zum Frühstück – Corinna Kohfink

Wenn dieser Roman ein Musikstück wäre, würde meine Beschreibung wie folgt lauten:
In dunklen Molltönen beginnend, rutscht das Stück in tiefe Töne ab, um dann wie Phönix aus der Asche in einer hellen Dur-Melodie fortzufahren. Fröhliche Klänge, ab und an unterbrochen von kurzen Sequenzen in Moll, enden in einem fulminanten Finale.

Marita fühlt sich in ihrer Ehe und als Mutter gefangen. Nie kann sie es Mann und Tochter recht machen. Und dann stirbt auch noch ihr einziger Halt im Leben, ihre Tante Lotta. Diese vererbt ihr Geld und einen Auftrag: eine Italienreise zu machen und Stationen von Lottas einstiger Reise zu besuchen.
Auf dieser Reise findet Marita zu sich selbst und trifft viele interessante Menschen, die ihre eigene Entwicklung bewusst und unbewusst fördern. Auch den Weg, sich selbst zu lieben und einen anderen Menschen vorbehaltlos zu lieben, lernt Marita auf dieser Reise.

Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber ganz sicher nicht ihr letztes. Sie hat ein wunderbares Talent, eine Geschichte großartig zu erzählen, ohne in Kitsch abzudriften. Dieser Roman war für mich ein richtiges Wohlfühlbuch. Krankheitsbedingt fällt es mir eigentlich schwer, ein Buch relativ zügig zu lesen. Doch dieses hier ist so leicht geschrieben, dass ich es nicht zur Seite legen mochte. Neben der wirklich wunderbaren Handlung (die Szene mit Pinocchio hat mich unglaublich berührt), hat die Autorin es geschafft, mich mit ihrer Beschreibung der einzelnen Orte in ihren Bann zu ziehen. Ich habe tatsächlich Lust bekommen, diese Reise nachzuvollziehen und bin sicher, viele dieser Orte tatsächlich so vorzufinden.

Bei aller Leichtigkeit ist dieses Buch jedoch alles andere als oberflächlich. Oft habe ich Sätze nachwirken lassen und über mein Leben nachgedacht.

Wer also ein Buch zum abtauchen sucht, in dem eine gute Portion Liebe nicht fehlt, das mit unglaublicher Leichtigkeit trotz zum Teil schwieriger Szenen zu lesen ist, dem möchte ich diesen Roman von ganzem Herzen und mit strahlenden fünf Sternen ans Herz legen! Selten hat mich ein Buch so mitgerissen wie dieses!